Wir haben einen sehr frühen Flug gebucht, schon um 6:30 Uhr starten wir ab Düsseldorf mit Eurowings nach Bilbao.Gut 2 Stunden dauert der Flug, das ist eine bequeme Flugzeit. Die Landung in Bilbao ist etwas holprig, kurz hat der Flieger aufgesetzt, dann startet der Pilot wieder durch und fliegt noch eine Runde. Der nächste Anlauf funktioniert aber, anscheinend sind die Winde hier manchmal türkisch.
Vom Airport Bilbao fahren wir mit dem Flughafenbus ins Zentrum, Haltestelle Notaria Gran Via 46. Ich glaube Bilbao gefällt mir, schon die ersten Häuser, die wir sehen, sind soo schön.
Wir suchen als erstes die Touristeninformation um unsere Bizkaia Card zu kaufen.
Auf dem Weg dorthin queren wir den Plaza Moya, der von hochherschaftlichen Häusern umgeben ist wie dem Carlton Hotel und dem Palacio de Chavarri.
Wir müssen auch noch unser Gepäck los werden und probieren zum ersten Mal so einen Gepäckservice, den es ja mittlerweile in vielen Städten gibt. Gebucht haben wir bei Bounce die Aufbewahrung in einer Kneipe, die zwei Häuser neben unserer Pension Bilbao ist.
Dabei können wir uns gleich das morgendliche Angebot anschauen, denn das bietet sich für uns zum Frühstücken an.
Das Haus ist seit 1903 ein stadtbekannter Treffpunkt für Einheimische und Besucher,ausgestattet mit wunderbaren Azulejos und Holzvertäfelungen. Dementsprechend sind die Preise auch etwas höher als in den anderen Kneipen, aber dieser Besuch musste sein!
Wir haben alles erledigt, jetzt kann es losgehen. Wir hoffen, uns in Bilbao gut am Fluß Nervion mit den vielen Brücken orientieren zu können.
Der Nervión kommt aus der Provinz Burgos, ist 76 km lang und mündet im Golf von Biskaya. Auf Höhe des Casco Viejo in 16 km Entfernung vom Meer, wo sich das Flusswasser mit dem Meereswasser vermischt, geht der Nervión in eine Ria über und wird von da ab als Ría de Bilbao bezeichnet. Auf dem Weg zum Meer unterschieden sich die Flußufer sozial und wirtschaftlich deutlich. Historisch bedingt war das linke Ufer mit Schwerindustrie und Arbeiterstädten besiedelt, die wohlhandere Bevölkerung bewohnte das rechte Ria-Ufer. Daher findet man heute außer dem Guggenheim-Museum viele neu gebaute Attraktionen am linken Ufer.
Das Rathaus aber steht auf der rechten Uferseite und wir gehen über die Rathausbrücke, span.: Puente del Ayuntamiento oder Baskisch Udaletxeko zubia um den Nervion zu überqueren. Das Rathaus entstand 1892 an der Stelle des ehemaligen Klosters St. Augustin. Der Architekt Joaquin Rucoba hat den eleganten Bau entworfen .
Der 7. Oktober 1915 war ein Tag der Freude in Bilbao. Mittags um 12.20 Uhr waren die Bewohner, die seit dem 19. Jahrhundert auf den Monte Artxanda stiegen, um sich zu entspannen und ihre Freizeit zu genießen, Zeugen der ersten Fahrt des Funicular de Artxanda, der Standseilbahn, die in wenigen Minuten von der Stadt aus die Bergspitze erreichte. Laut der damaligen Presse wurden an dem Tag über 2.800 Fahrkarten verkauft. Die Idee bestand zwar schon seit 1901 — inspiriert an der Standseilbahn des Monte Igueldo in San Sebastián —, das Projekt von Evaristo San Martín y Garaz wurde aber erst 1915 von der Direktion des Öffentlichen Straßenbaus genehmigt. Von der gleichen Firma erbaut, die auch am Tibidabo in Barcelona die Standseilbahn installiert hat, blickt sie auf eine etwas unglückliche Geschichte zurück. Die Bahn wurde sowohl von Erholungssuchenden wie auch von den Bergbewohnern benutzt, die damit ihre Ware zum Stadtmarkt oder Kälber zum Schlachthof brachten. Während des spanischen Bürgerkriegs zerstörte m 18. Juni 1937, am Vortag der Eroberung Bilbaos, die aufständische Seite durch einen Luftangriff auf den Monte Artxanda Teile der Schienen und die Bergstation. Die Bahn wurde erst im Juli 1938 wieder in Betrieb genommen. Bis zum 25. Juni 1976 lief der Betrieb problemlos, dann aber stürzte der Wagen bei einem Unfall zur Talstation ab .Erst 1983 wurde die Einrichtung wieder aufgebaut. Heute kann man an der Bergstation, zu der man in 3 Minuten gelangt, nachdem die Bahn 770 Meter und einen Höhenunterschied von 226 überwunden hat, eine Reihe von Fotografien ansehen, die die Montage der neuen Standseilbahn und den Zustand der alten Einrichtungen 1983 zeigen.
Dreihundert Meter über dem Meeresspiegel gelegen, haben wir einen herlichen Blick auf Bilbao und die umliegende hügelige und bergige Landschaft. Von hier aus hat der Besucher die Gelegenheit, die Altstadt mit ihren Kirchen und historischen Gebäuden mal ganz anders zu sehen und festzustellen, wie die Ría von Bilbao sich durch die Stadt schlängelt und diese in zwei Seiten teilt. Wahrscheinlich ist so auch der Name entstanden, das baskische "Bi albo" bedeutet zwei Seiten.
Unten wieder angekommen, gehen wir zur Puente Zubizuri . Der Architekt Santiago Calatrava schuf diese besondere Brücke als Segelboot auf der Ria. So scheint der Anblick der - auf baskisch: weißen Brücke - durch die gebogene weiße Struktur. Sie wurde wie das Guggenheimmuseum 1997 eingeweiht und ist ebenfalls ein Symbol der Erneuerung von Bilbao. Der ursprüngliche Glasboden, durch den man die Konstruktion des Brückenunterbaus sehen konnte, erwies sich als unpraktisch, da bei Nässe rutschig. So ließ die Stadt ihn abändern, ebenso wie sie später weiter Änderungen vornahm, was zu großem Ärger zwischen Stadtverwaltung und dem weltberühmten Architekten führte.
Die Füße tun weh und alles andere auch. Nach einem weiteren Pintxos und dem ersten Txakoli wird es Zeit für eine Pause.
Die Stadt ist der Wahnsinn, Freitag Abend tobt das Leben in der Ensancha. Da sitzt wohl keiner zu Hause, alle sind unterwegs. Die Akustik ist an manchen Stellen kaum auszuhalten, aber es ist soooo schön hier... Hier leben die Menschen noch!
















Wir wünschen euch schöne Tage in Bilbao, fängt ja alles schon mal gut an. LG von Gudrun & Manni
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